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17.09.2007

Dr. med. Michael Korth hat heute vormittag im Auftrag des Bundespräsidenten Horst Köhler von  Oberbürgermeister Eberhard David das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im Nahariya-Raum des Alten Rathauses verliehen bekommen.

In seiner Laudatio wies der Oberbürgermeister auf das besondere ehrenamtliche Engagement von Dr. Michael Korth hin. Dieser trat 1990 in den DRK Kreisverband Bielefeld ein. Bereits im November 1990 wurde er von den ehrenamtlich Aktiven zum Kreisverbandsarzt gewählt; dieses Amt übt Michael Korth bis heute aus. Von Anbeginn an war er mit dem Aufbau eines funktionierenden Rettungsdienstes beim DRK Kreisverband Bielefeld e. V. beschäftigt.

Diese Aufbauarbeit war gekennzeichnet durch die Umsetzung des Rettungsassistentengesetzes (RettAssG) aus dem Jahr 1989 und die Novellierung des Rettungsgesetzes (RettG) NRW im Jahr 1992, die eine deutlich bessere Handlungskompetenz von nichtärztlichem Personal im Rettungsdienst erbrachte. Gleichzeitig wandelte sich die apparative Ausstattung mit medizinisch-technischem Gerät zu der einer notfallmedizinisch geprägten, vorgelagerten Intensivmedizin, die Michael Korth im DRK gemeinsam mit den nichtärztlichen Führungskräften konsequent umgesetzt hat.

Im Jahr 1993 hat der DRK Kreisverband Bielefeld e. V. eine Schnelleinsatzgruppe (SEG) zur Bewältigung eines Massenanfalles von Verletzten, Erkrankten und Betroffenen gegründet. Diese SEG umfaßte initial 40 Helfer und acht Fahrzeuge und stellt einen durch Funkalarmempfänger alarmierbaren Personal- und Materialpool dar um den Rettungsdienst zu verstärken. Michael Korth hat in seiner ihm eigenen pragmatischen Art gemeinsam mit den nichtärztlichen Führungskräften dafür gesorgt die inhaltlichen Konzepte für diese SEG zu entwickeln und umzusetzen. Eine wesentliche Leistung von ihm ist, die teils unterschiedlichen Meinungen von insgesamt sechs DRK Ortsvereinen und einem Kreisverband zu bündeln und die für die Sache optimalste Lösung zu entwickeln. Die SEG wird heute gemeinsam mit ASB und JUH betrieben und hält 200 Helfer vor. 

Die Eigenschaft einen Konsens zu erarbeiten, war Michael Korth auch in der seit 1991 entwickelten überverbandlichen Zusammenarbeit im Rettungsdienst eine Hilfe. Die Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund, Regionalverband Bielefeld OWL e. V., DRK Kreisverband Bielefeld e. V. und Johanniter-Unfall-Hilfe e. V., Regionalverband Ostwestfalen hatten sich 1991 zur „Arbeitsgemeinschaft Krankentransport und Rettungsdienst“, später „Arbeitsgemeinschaft ASB DRK JUH“ zusammengeschlossen. Die Einsatze wurden über eine Einsatzzentrale disponiert. 1992 begannen Gespräche mit der Stadt Bielefeld – initial Herrn Oberbürgermeister David - über eine Integration der Rettungsdienste von ASB, DRK und JUH in den öffentlichen Rettungsdienst, die im Sommer 1994 verwirklicht wurde. 1997 wurde Michael Korth zum Ärztlicher Leiter der „Arbeitsgemeinschaft ASB DRK JUH“ berufen.

Die komplexe Einsatzsituation eines Massenanfalles von Verletzten, Erkrankten und Betroffenen war für Michael Korth immer eine besondere Herausforderung. Nach Aufstellung und Weiterentwicklung der Schnelleinsatzgruppe (SEG) wurde 1995 der Arbeitskreis Massenanfall des Rettungsdienstes Stadt Bielefeld gegründet. Acht Experten von Berufsfeuerwehr, Ärztlichem Rettungsdienst und Hilfsorganisationen haben bis 1999 ein Konzept zur Bewältigung eines Massenanfalles entwickelt, dass wesentliche Grundlage für die „Dienstliche Weisung Großschadensereignis mit Massenanfalles von Verletzten, Erkrankten und Betroffenen“ des Leiters der Feuerwehr Bielefeld 2004 war. Auch in diesem Gremium war die interdisziplinäre Zusammenarbeit immens wichtig um Lösungen für die Einsatzführung an Großschadensstellen sicher zu stellen.

1999 entwickelten die von-Bodelschwinghschen Anstalten Bethel ein verändertes Konzept zur Versorgung ihrer Kliniken und Wohneinrichtungen in der Ortschaft Bethel, aber auch in Gadderbaum mit Leistungen der Notfallmedizin wie Rettungs- und Notarztwagen. Als Partner konnte die Stadt Bielefeld mit ihrem Rettungsdienst gewonnen werden. Die dafür notwendigen Gespräche wurden intensiv von Michael Korth begleitet und er war maßgeblich an der Implementierung des heutigen Notarzteinsatzfahrzeuges des Evangelischen Krankenhauses Bielefeld beteiligt. Sein Sachverstand bei Organisation und Ausstattung, dieses dann für Bielefeld dritten Notarztsystems, hat die notärztliche Versorgung Bielefelds maßgeblich verbessert.

Die Zusammenarbeit zwischen ASB, DRK und JUH im Rettungsdienst mittels der „Arbeitsgemeinschaft ASB DRK JUH“ wurde ab dem Jahr 2000 kritisch geprüft und musste optimiert werden. Primär naiv, sekundär innovativ wurde in den folgenden beiden Jahren die „ASB DRK JUH Rettungsdienst Bielefeld gGmbH“ entwickelt, gegründet und ins Handelsregister eingetragen. Dieses Projekt wurde von Michael Korth als nachdrücklich wichtig zur Zukunftssicherung mit vorangetrieben. Wie oft stellte er das Bemühen um eine fundierte, optimierte Notfallmedizin mit motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Vordergrund aller Aktivitäten und übernahm einen Kontrapart zu jeglichen finanziellen Erwägungen. Von Anbeginn an wurde er von den Gesellschaftern als Ärztlicher Leiter gewählt.

Durch seine klinische, notfallmedizinisch geprägte Ausbildung und Tätigkeit war und ist Michael Korth in der Lage Rettungsdienstpersonal Behandlungssituationen und präklinische Versorgungsstrategien in Aus- und Fortbildung eindringlich deutlich zu machen. Durch seine Unterstützung ist es 2006 gelungen den bis dahin von BIEKRA Krankentransport GmbH und ASB DRK JUH Rettungsdienst Bielefeld gGmbH herausgegebenen Fortbildungskalender auf die am Rettungsdienst Stadt Bielefeld Beteiligten auszuweiten und über das Studieninstitut Westfalen-Lippe vermarkten zu lassen. 

Michael Korth ist Ärztlicher Leiter Ausbildung der Rettungsdienstschule im Studieninstitut Westfalen-Lippe und DRK Bezirksarzt für den Regierungsbezirk Detmold.

 

 

 

 

 

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